Wo einst Pumpen dröhnten und Wasser für die Region aufbereitet wurde, herrscht heute eine konzentrierte, kreative Stille. In den historischen Mauern des Alten Wasserwerks in Wachtendonk haben drei renommierte Kunstschaffende aus Würselen ein temporäres Refugium gefunden.

Die Künstler Alfons Thesing, Gerda Lipski und Ilka Habrich nutzen das Gebäude mit seinem „besonderen Charme“ in diesem Zeitraum als Offenes Atelier.
Für das Trio aus Würselen ist dieser Ort weit mehr als nur ein Arbeitsplatz; es ist eine industrielle Inspirationsquelle, die ihre jeweilige künstlerische Handschrift maßgeblich prägt.
- Alfons Thesing: Der Bildhauer beschränkt sich nicht nur auf die imposante Weitläufigkeit der Hallen. Er nutzt intensiv die Natur, die das Wasserwerk umgibt, und lässt sich von ihr zu seinen Skulpturen inspirieren. Dabei kombiniert er Holz mit verschiedenen anderen Materialien und lässt die Symbiose aus Industriekultur und natürlicher Umgebung direkt in seine plastischen Werke einfließen.
- Gerda Lipski: Sie widmet sich der Technik der Decalcomanie – ein Abklatschverfahren, das bereits durch Max Ernst Weltberühmtheit erlangte. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der faszinierenden Symmetrie, die sich bei diesen Drucken ergibt und die Grundlage für ihre komplexen Bildwelten bildet.
- Ilka Habrich: In ihren Bildern beschäftigt sie sich mit den Phänomenen der Mensch-Natur-Interaktion und der menschlichen Spur in der Landschaft. Angestoßen von Eindrücken und dem Erleben der Welt wird diese Thematik in der Malerei kaum bis radikal abstrahiert.
Das Projekt im Alten Wasserwerk ermöglicht es Besuchern, den Schaffensprozess hautnah mitzuerleben. Wenn die großen Tore offenstehen, laden die KünstlerInnen zum Dialog ein und geben Einblick in eine Welt, in der industrielle Geschichte auf moderne Ästhetik trifft.
Die drei Kunstschaffenden freuen sich über viele interessierte Besucher, die den Weg in das besondere Atelier finden.